Thema "Cybermobbing"

Am Sonntag, 30.01.2011 wurde in der Sendung "Input" auf DRS3 das Thema "Digitaler Psychoterror" behandelt. Hier der
Link zum Podcast der Sendung.

Thema: Mobbing
Geben wir Mobbing keine Chance! Früh erkennen - früh und wirkungsvoll handeln.

Anfang 2009 haben die Eltern der Mittelstufen-Kinder in Oberrieden eine Umfrage der ElternMitWirkung über die für sie wichtigste Themen im Schulalltag ausgefüllt. Bei der Auswertung hat sich gezeigt, dass eine grosse Mehrheit der Eltern ein Projekt gegen Mobbing in der Schule begrüssen.



Da einige Eltern uns gefragt haben, was dieser Begriff genau bedeutet, haben wir hier eine Kurze Zusammenfassung:

Was ist Mobbing:
Mobbing (das Wort aus dem Englischen) bedeutet :"angreifen", "anpöbeln", "über jemanden herfallen". In der Schweiz wird dafür oft das Wort "plagen" verwendet
Eine Person wird gemobbt, wenn sie systematisch und wiederholt über längere Zeit den negativen Handlungen einer oder mehrerer Personen ausgesetzt ist.
Mobbing ist ein aggressives Phänomen, das überall dort auftreten kann, wo Kinder und Jugendliche regelmässig als Gruppe zusammenkommen, sei es in der Schule, in externen Betreuungsinstitutionen oder im Sportverein und im Freizeitbereich. Nicht nur die Opfer von Mobbing sondern auch die "Mobbenden" selber sind auf die Hilfe von Erwachsenen angewiesen, um die Mobbingsituation beenden zu können. Mobbing geht alle Personen an, die Kinder und Jugendliche betreuen und mit ihnen arbeiten.

Merkmale von Mobbing-Episoden:
  • Die angegriffene Person (selten mehrere) ist unterlegen
  • Die Angriffe sind systematisch auf bestimmte Personen gerichtet und wiederholen sich
  • Angriffe geschehen oft über längere Zeit (ein halbes Jahr oder länger)
  • Die gemobbte Person hat kaum die Möglichkeit, aus eigener Kraft die Situation zu entfliehen
  • "Ziel" der Angriffe ist oft der Ausschluss aus der (Arbeits-, Klassen-) Gemeinschaft

Viele der einzelnen Episoden sind sehr subtil und nicht immer klar als Angriffe zu erkennen. Mobbing ist ein Muster, welches sich aufgrund vieler dieser negativen Handlungen mit der Zeit herausbildet. Typisch für Mobbing ist, dass die einzelnen Ereignisse wie ganz normale Konflikte oder harmlose Ausrutscher aussehen können. Es herrscht deshalb eine grosse Unsicherheit im Umgang mit Mobbing. Kernbegriffe der Prävention sind Früherkennung, Engagement und Zivilcourage.

Warum ist das Thematisieren von Mobbing in der Schule wichtig?
Untersuchungen haben gezeigt, dass Mobbing und ähnliche Vorgänge in der Schule besonders fatal sind, denn hier findet soziales Lernen statt. Und wenn hier gemobbt wird, wird Mobbing gelernt. Die Auswirkungen auf die Gesellschaft sind damit enorm. Besonders, wenn man beachtet, dass in den Schulen mindestens jedes 10. Kind im Verlauf ihrer Schulzeit Opfer von Mobbing wird. (Lauper 2003)

Was können Erwachsene Beziehungspersonen gegen Mobbing tun?
Die beste Lösung ist: Mobbing vorbeugen. Es liegt in der Verantwortung der Eltern, ein Kind, das seinen Spass daran findet, andere zu plagen frühzeitig in die Schranken zu weisen und ihm zu verstehen geben, dass ein solches Verhalten nicht toleriert wird. Kinder können dazu ermutigt werden, sich für Schwächere einzusetzen und Hilfe bei Erwachsenen zu holen, wenn sie unsicher sind. Versuchen Sie, dies ihrem Kind auf vielfältige Weise zu vermitteln und vorzuleben. Es ist sehr wichtig: Normen und Grenzen festzulegen und diese auch durchzusetzen. In Konfliktsituationen fehlen sonst die verbindliche Massstäbe, die anhaltende Schikanen oder gar Gewaltanwendungen verhindern. Sonst kann es passieren, dass Kinder und Jugendliche mit Neigung zu dominantem Verhalten und wenig sozialer Verantwortung einer ganzer Gruppe ihre Normen aufzwingen. Wer nicht mitmacht, gilt als Aussenseiter/in und wird ausgegrenzt.

"Es braucht keinen Mut, mit anderen eine schwächere Person systematisch zu mobben. Es braucht aber Mut, das einzusehen. Es braucht Mut, zu erkennen, dass Wegschauen auch Gewalt ist. Und es braucht noch mehr Mut sich zu entscheiden, hinzuschauen und zu handeln. Unsere Gesellschaft braucht mutige Kinder, die morgen mutige Erwachsene sein werden; dazu müssen die Erwachsenen von heute den Mut aufbringen, den Kindern diesen Weg zu weisen und sie auf ihm begleiten. " (Alsaker 2003)



Und wenn es bereits passiert? - Möglichkeiten zur Intervention
Für jede Mobbing-Situation ist die Intervention auf zwei Ziele auszurichten:
  • Opfer schützen und stützen
  • Täter/-in stoppen

Je früher Mobbing-Vorkommnisse erkannt werden, desto grösser sind die Chancen, ohne Hilfe von aussen eine Lösung zu finden. Wesentlich ist, dass dabei ein Vorgehen gewählt wird, das sich nicht auf Schuldzuweisungen an Täter/-innen konzentriert.

Den Tätern oder Täterinnen muss klar signalisiert werden, dass Mobbing-Handlungen nicht akzeptiert werden und sich nicht wiederholen dürfen. Sie sollen dabei nicht blossgestellt oder bestraft werden, sondern für ein Verhalten gewonnen werden, dass weitere Übergriffe ausschliesst. Oft sind sich Täter/-innen nicht bewusst, was ihre Handlungen beim Opfer auslösen. Deshalb muss ihnen erklärt werden, welche Folgen Ausgrenzung und Schikane bei Opfern bewirken.

Mobbing - Was kann die Schule dagegen tun?
Mobbing geschieht sowohl in der Schule als auch auf dem Schulweg. Deshalb ist die verbesserte Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus gefordert. Dies ist bereits ein Schritt im Sinne der Prävention: Wo Erziehung wahrgenommen, Informationen ausgetauscht und bestimmte Werte und Handlungen auch durchgesetzt werden, besteht viel weniger Raum für Mobbing. Gemeinsam müssen wir unsere Bestrebungen darauf richten, dass Mobbing erst gar nicht entstehen kann. Das Vorgehen gegen Mobbing kann nicht die Angelegenheit Einzelner sein. Am Anfang eines Prozesses, der ein von gegenseitiger Akzeptanz geprägtes Klima zum Ziel hat, steht ein gemeinsamer Beschluss. Dieser muss zumindest vom Lehrer/innen-Team und der Schulleitung getragen werden, besser noch zusammen mit Eltern, Behörden und natürlich Schülerinnen und Schülern.
Sinnvoll sind Aktivitäten gegen Mobbing, wenn sie auf mehreren Ebenen stattfinden. Sie sind ausgerichtet auf die Schule als ganzes, die verschiedenen Klassen und einzelne Schüler/innen. Das Lehrer/innen Team ist Drehscheibe für Ideensammlungen, Koordination und Auswertung von Vorhaben. Wo möglich werden Eltern und Behörden miteinbezogen, zumindest aber informiert.
(Ganzer Abschnitt aus: "
sicher! gsund!", Amt für Volksschule St. Gallen)

Was macht der Elternrat Oberrieden aktuell gegen Mobbing?
Anfang Schuljahr 2009/2010 verteilt der Elternrat Oberrieden allen Eltern von Kindergarten- und Schulkindern eine zweiseitige Kurzinfo über Mobbing und über einen sinnvollen Umgang damit. Wenn Sie gerne eine weitere, ausführlichere Informationsbroschüre möchten, können Sie es beim Schulsekretariat Oberrieden und den Schulleitern gratis beziehen.

Falls Sie weitere Anregungen, Ideen und/oder Interesse an einer Mitarbeit in unserer Projektgruppe haben, nehmen Sie bitte Kontakt mit einem Mitglied der ElternMitWirkung Mittelstufe Oberrieden auf.

Dieses Dokument wurde von
A. Jordan und C. Jimenes im Mai 2009 erstellt.